Anton Marku (Kosovo/Österreich) wurde 1971 in Gjakova (Kosovo) geboren, wo er Literatur studierte. Danach absolvierte er ein Jus-Studium an der Universität Pristina und schloss dann Masterstudien an der Universität in Wien ab. Seit sechzehn Jahren lebt und arbeitet er in Österreich. Er schreibt vor allem Lyrik, aber auch kurze Erzählungen. Bisher hat er vierzehn Gedichtbände und zwei Geschichtensammlungen veröffentlicht. Einige seiner Werke sind auch in die englische, deutsche, italienische, schwedische, russische, arabische, Farsi, rumänische, kroatische, serbische Sprache übersetzt worden.
Deutsch
GENESIS
Wenn am Anfang
das erste das Wort war,
dann kam zuerst
die Liebe
aus ihrem Mund.
DER ACHTE TAG
Auf dem Weg von der Wiege bis zum Grab
folgen uns Blitze
bis zu dem Tag, an dem das Gehen müde wird.
Bevor wir die Augen mit himmlischem Wasser
waschen, werden wir
die Zeit auf die Lippen küssen,
zum letzten Mal.
In unserer Brust
wird sich ein Meer öffnen,
das alle Flüsse vor unseren Füßen
bedecken wird.
Unsere Körper werden irgendwohin gehen,
nur die Seelen werden in der Waage bleiben.
Dann
werden sich alle Prophezeiungen erfüllen.
Nichts wird mehr übrigbleiben.
Schwarz werden sich bekleiden
weißbärtige Mönche.
DER FRIEDEN
Der Frieden ist ein weißer Faden.
Er dringt durch den Nadelkopf ein,
ohne sich an irgendetwas festzuhalten.
Seine Schritte können verwechselt werden,
wenn er über die roten Steine steigt.
Eine unsichtbare Hand
schützt ihn.
DIE FREIHEIT
Freiheit ist der Punkt, um den sich
alle anderen Punkte versammeln.
Das Meer, das nach jedem Regen ansteigt.
Das Licht unseres Schattens.
Haut, die wir dehnen
entlang den Mauern des Mutterlandes
Übersetzt vom Autor
Albanisch
GJENEZA
Nëse në fillim
e para ishte fjal
atëherë
së pari dashuria
ka dalur nga goja e saj.
DITA E TETË
Rrugës nga djepi te varri
vetëtimat na ndjekin nga pas
deri në ditën kur të lodhet ecja.
Para se t’i shpëlajmë sytë me ujë qielli
kohën do e puthim në buzë
për të fundit herë.
Mes gjoksit
do të hapet një det
që do i mbulojë të gjitha prrojet
para këmbëve tona.
Trupat tanë do të nisen diku
veç shpirtrat do të mbesin në peshojë.
Atëherë
të gjitha profecitë do të përmbushen.
Asgjë më nuk do të teprojë.
Vijave të shiut do të shtrihen
buzët e lagura bujtinave të mëkatit.
Me të zeza do të vishen
murgjit mjekërbardhë.
PAQJA
Paqja është pe i bardhë
Ajo depërton nëpër kokën e gjilpërës
pa u mbajtur në asgjë që shihet.
Ndonjëherë
ndodh t’i ngatërrohen hapat.
Të marrë në thua
të lidhet nyje.
Të zgjidhet i ndihmon
një dorë e padukshme.
LIRIA
Liria është pikë mbi të cilën mblidhen
të gjitha pikat.
Det që rritet pas çdo shiu.
Dritë e hijes sonë.
Petk që e shtrijmë
mureve të atdheut.